Geschrieben am

Blüten, Blätter, Pflanzen malen mit Watercolor oder: Wie eine Mal-Niete zu ner schönen Zeichnung kommt

Ich liebe filigrane Blumen. Genau das ist auch der Grund, warum ich vor Freude fast ausgeflippt bin als ich das Buch „Blüten, Blätter, Pflanzen malen mit Watercolor“ entdeckt hab.

Foto: DK Verlag

Wenn du schon einen Blick in meinen Blogbeitrag „Handlettering meets Illustation“ geworfen hast, weißt du: Ich bin ne absolute Mal-Niete – ich schwöre! Umso happier war ich, dass ich in den letzten Woche ein paar gar nicht so üble Zeichnungen hinbekommen hab. Das ist allerdings nicht etwa meinem lang verschütteten Talent zu verdanken, sondern unter anderem dieser mega Buch-Entdeckung: „Blüten, Blätter, Pflanzen malen mit Watercolor“.

Das im Dorling Kindersley Verlag erschienene Werk zeigt nämlich, wie du Schritt für Schritt zu einer echt schönen Zeichnung kommst – inklusive verwendeter Pinsel und exakter Farben. In einzelnen Skizzen – eben Schritt für Schritt – wird genau gezeigt, wie du anfangen musst und wie es weitergeht. Für mich absolut hilfreich. Damit du dich selbst davon überzeugen kannst, wie einfach das Ganze ist, gibt’s hier gleich zwei Watercolor Anleitungen: einen wunderschönen, filigranen Strandflieder und einen hippen Eukalyptuszweig. Happy Nachmalen!

Anleitung: Strandflieder mit Watercolor malen

Diese robuste kleine Pflanze aus Rispen wird am besten in einzelnen Abschnitten gemalt. Ist ein Bereich fertig, geht man zum nächsten über. Die Arbeit lebt von der Wiederholung, denn jede kleine Rispe ist ein Klon seines größeren Gegenstücks.

Pinsel und Farben für deinen Flieder

Pinsel: Nr. 0

Foto: DK Verlag

Mit der Spitze eines Pinsels Nr. 0 wird in Grundmischung ein gebogener Stängel mit Trieben gemalt, die sich wiederum verzweigen. Entlang der Minitriebe werden Tupfen in Blauviolett Mischung ergänzt.

Foto: DK Verlag

Schritt 1

Der Stängel besteht aus einem S-Bogen mit mehreren feinen Verzweigungen auf einer Seite. Diese sind nach oben und vom Stängel weg gerichtet und werden zur Stängelspitze hin kürzer. Zuerst wird nur das obere Segment bearbeitet und ein dünner Stängel in nasser Grundmischung gemalt. Mit nasser BlauviolettMischung drückt man den Pinsel dann für eine violette Knospe fest auf. Beim Abheben darf die Pinselspitze noch auf dem Papier bleiben und nach unten einen feinen Stiel hinterlassen, der in den nassen Stängel übergeht. Dabei vermischen sich Blauviolett und Grün. Am Stängel werden Knospen ergänzt. Alle winzigen Knospenstiele müssen nach unten weisen.

Foto: DK Verlag

Schritt 2

Im nächsten Segment wird Schritt 1 wiederholt: An jeder Verzweigung entstehen kleine Stiele und Knospen. Nicht vergessen: Jeder Stiel, jede Verzweigung ist eine Miniaturversion der ganzen Pflanze. An jedem Stielansatz kommt jetzt ein kleines saftgrünes Blatt hinzu.

Foto: DK Verlag

Schritt 3

Die Arbeitsschritte auch bei den folgenden Segmenten wiederholen. Der Stängel wird nach unten hin verstärkt.

Anleitung: Eukalyptus mit Watercolor malen

Dunkel und gedeckt, bleich und interessant feiert der elegante Eukalyptus im Blumenladen sein Comeback in edlen Sträußen. Von einer Randerscheinung hat er es zur tragenden Rolle in zahlreichen Hochzeitsarrangements gebracht.

Eukalyptus ist ganz leicht zu malen und macht immer eine gute Figur neben zarten Blütenblättern. Wir arbeiten mit sehr stark verdünnten Mischungen, malen eine erste Schicht Blätter und lassen sie trocknen. Es folgt eine zweite Schicht, die sich mit der ersten überlappt. Zwar sind Eukalyptusblätter nicht transparent, aber dieser Malstil bringt die dunkle Zartheit der graugrünen Blätter besonders gut zur Geltung. Eukalyptusblätter sind nicht vollkommen rund wie Seerosenblätter, sondern sehen eher wie das Pik im Kartenspiel aus.

Pinsel und Farben für deinen Eukalyptuszweig

Pinsel Nr. 2 und Nr. 8

Foto: DK Verlag

Schritt 1

Mit einem Pinsel Nr. 0 wird ein gegabelter Stängel in Stängel-Mischung gemalt. Antrocknen lassen, dann gegenständige abgerundete Blätter in Blatt-Mischung ergänzen. Wenn sie zum Stängelende hin kleiner werden, kann man sie wie zerdrückte Bohnenkerne malen.

Foto: DK Verlag

Schritt 2

Einen gegabelten Stängel zart vorzeichnen. Um einen sanften Übergang vom Blatt zum Stängel sicherzustellen, arbeitet man abschnittsweise. Am unteren Ende beginnen und die Skizze des Stängels mit einem 2erPinsel in verdünnter Stängel-Mischung bis zur Gabelung übermalen. Hier mit viel Wasser das erste Blatt mit dem 8erPinsel in Blatt-Mischung ergänzen.
Beim Auftrocknen wölbt sich die Farbe, es bilden sich scharfe Konturen und eine transparente Blattspreite heraus. Blätter an beiden Stängeln hinzufügen. Sie stehen in unterschiedlichen Winkeln und in so großem Abstand, dass eine zweite Lage Blätter Platz findet und sich mit der ersten stellenweise überlappt. Eukalyptusblätter sind gegenständig und werden zum Stängelende hin kleiner.

Foto: DK Verlag

Schritt 3

Wenn der erste Farbauftrag trocken ist, werden die nächsten Blätter in verdünnter BlattMischung in die Lücken gesetzt. Überlappungen sind ausdrücklich erlaubt.

Und das ist das großartige DIY Buch, durch das ich wieder Spaß am Malen bekommen habe! Ich finde, es überzeugt nicht nur mit seinen inneren Werten, sondern durchaus auch mit seinem Aussehen. Für mich eine echte Bereicherung.

„Blüten, Blätter, Pflanzen malen mit Watercolor: Schritt für Schritt zum floralen Aquarell“ von Harriet de Winton
@ DK Verlag

Geschrieben am

Handlettering meets Illustration oder: Mein erster Ausflug ins Aquarell-Reich

Handlettering meets Watercaler
© EMF/Tanja Pöltl

Wunderbar erklärt und zwar anhand großartige Projekte und einfach bezaubernd – in das DIY Buch „Handlettering meets Illustration“ von Tanja Pöltl habe ich mich schock-verliebt.

Ganz klar: Hätte mir jemand gesagt, dass ich noch einmal freiwillig zu Wasser, Pinsel und Farbe greife, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Meine Kunstlehrerin war nämlich nur mäßig von meinem Talent begeistert und lief irgendwann nur noch seufzend an mir und meinen Werken vorbei. Aber ich habe Dank „Handlettering meets Illustration“ mein Trauma von damals überwunden.

Mit den wichtigsten Basics zu Handlettering und Watercolor, super schönen Projekten und dazugehörigen Schritt für Schritt Anleitungen zeigt Tanja Pöltl wie sogar eine Zeichen-Niete wie ich zu einem respektablen Ergebnis kommt. Besonders angetan hat es mir der Saisonkalender. Deswegen gibt’s hier auch die ausgiebige Anleitung!

Saisonkalender selbstgemacht!

© EMF/Tanja Pöltl

Als dekorativen (und hilfreichen) Hingucker in der Küche oder im Essbereich kannst du deinen eigenen Saisonkalender im Posterformat kreieren und aufhängen.

  • Aquarellpapoer (größeres Papoerformat, z.B. A3)
  • Aquarellfarbe
  • Aquarellpinsel
  • Pigementliner
  • Gelstift

Dein persönlicher Saisonkalender

  • Beginne mit dem Schriftzug „Saisonkalender“ (mit oder ohne Zeilenumbruch – je nach Letteringstil). Du kannst dieses Lettering mit Pinsel und Aquarellfarbe umsetzen oder alternativ auch zu einem Brush Pen deiner Wahl greifen. Platziere das Lettering ungefähr in der Mitte des Papierformats.
  • Nun schreibe alle Früchte auf einem anderen Blatt Papier auf, die du in deinen Saisonkalender integrieren möchtest. Ich habe meinen Saisonkalender so konzipiert, dass man diesen von links oben im Uhrzeigersinn „lesen“ kann: Frühling, Sommer, Herbst, Winter.

TIPP: Kategorisiere deine ausgewählten Früchte vorab nach Jahreszeiten – so entwickelst du ein Gefühl, wie viele Früchte wo auf deinem Poster ungefähr Platz finden sollen.

  • Mische dir nun mit den ausgewählten Früchten im Hinterkopf wieder deine individuelle Farbpalette an und mache ein paar Illustrationsentwürfe auf einem anderen Blatt Papier, bevor du mit dem Illustrieren direkt auf deinem Saisonkalender loslegst. Denke daran, kleine Elemente, wie z. B. abstrakte Muster, die du auch schon in anderen Projekten verwendet hast, auch in deine Frucht-Entwürfe zu integrieren. So hat dein Werk noch mehr Wiedererkennungswert, und du kannst so weiterhin an deinem „eigenen Stil“, deiner Art der Darstellung, arbeiten und feilen.

TIPP: Denke beim Illustrieren der Früchte eher zweidimensional als dreidimensional. Je reduzierter, abstrakter und einfacher du deine ausgewählten Früchte darstellst, desto mehr Freiheit hast du meines Erachtens, sie auf deine Art und Weise zu interpretieren.

© EMF/Tanja Pöltl
  • Illustriere möglichst Freihand, die ersten Früchte auf dein Poster. Wenn eine Frucht fertig ist, schließt du mit der nächsten an. Manche der Früchte können natürlich auch mehrmals auf deinem Poster vorkommen, wenn diese z. B. ganzjährig gedeihen. So kannst du beispielsweise eine Orange, eine Limette, eine Melone, Holunderbeeren und Hagebutten Schritt für Schritt illustrieren.
  • Du kannst zum Schluss alle Früchte noch mit einem beschriftenden Lettering versehen und einen Rahmen mit Aquarellfarbe rundherum ziehen, um deinem Werk eine Art Begrenzung zu geben, die all deine Früchte optisch „zusammenhält“.

TIPP: Wie wär’s zusätzlich mit einem Gemüse-Saisonkalender?

Und hier ist es: Handlettering meets Illustration“. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gern mit Farben arbeitet und Handlettering ebenso liebt wie ich, nämlich sehr. Aber eigentlich wird jeder happy mit dem Buch, der nicht unbedingt künstlerisch hochbegabt ist. Denn auch schon mit einfachen Zeichnungen gibt’s tolle Ergebnisse – versprochen! Wer jetzt ähnlich schock-verliebt ist wie ich, einmal hier entlang…

„Handlettering meets Illustration“ von Tanja Pöltl

© EMF/Tanja Pöltl